Der Grund. Eine Verschwindung
von Sokola//Spreter
Ein Alpendorf muss einem Stausee weichen, doch seine Bewohner*innen bleiben. Was für eine Gesellschaft entwickelt sich am Grund? Und was passiert, wenn die Außenwelt zu ihnen vordringt?
Wenn ein Touristenboot über den See fährt, verrät die Oberfläche nicht, was unter ihr liegt: ein versunkenes Dorf. Für den Bau eines Wasserkraftwerks wurde es von Investor*innen geflutet. Seitdem ragt nur noch der Kirchturm aus dem Wasser. Die meisten Anwohner*innen wurden umgesiedelt und entschädigt, doch einige gaben den Protest nicht auf und blieben in ihren Häusern. Gut konserviert und ohne Kontakt zum Rest der Welt gehen sie am Seeboden seit Jahrzehnten ihren Tätigkeiten nach. Bis eines Tages Kräne anrollen, um das Dorf zu heben.
Der Grund. Eine Verschwindung wird als Gewinnerstück des Reinhold Otto Mayer Preises 2023 im Studio Werkhaus des Nationaltheater Mannheim uraufgeführt. Prämiert wurde das Autor*innenduo Ivana Sokola und Jona Spreter zusammen mit Regisseur und Musiker Pablo Lawall. Für Ivana Sokola ist es nach Kill Baby die zweite Uraufführung am Nationaltheater Mannheim.
Quelle: Nationaltheater Mannheim
Spielplan / Kartenbestellung
Pressestimmen
„An Humor mangelt es der Inszenierung nicht […] Doch bei aller Komik stellt ›Der Grund‹ die sehr ernste Frage an jeden Einzelnen, wie er angesichts seiner Endlichkeit leben und mit anderen umgehen soll.“
Die Rheinpfalz
Hans-Ulrich Fechler, 30.9.2024
„Der Grund. Eine Verschwindung […ist] ganz großes Theater“, „eine vielschichtige, klug durchkomponierte Parabel“, ein „Abend voller Denkimpulse, der durch Intelligenz und Fabulierlust besticht.“
taz
Björn Hayer, 1.10.2024
„Während der philosophisch tiefschürfenden, anspielungsreichen, auch sprachspielerischen Aufführung [werden] elementare Themen angesprochen: Was ist eigentlich Heimat? Welche Folgen haben ökonomischer Fortschritt und Umweltzerstörung für den Einzelnen? Was bedeutet Sein und Zeit? Und am Ende wird die Frage gestellt: ›Denkt das Weltall an uns?‹ Für den Theaterabend mit Tiefgang – in des Wortes doppelter Bedeutung – gab es ganz starken Applaus.“
Rhein-Neckar-Zeitung
Heribert Vogt, 2.10.2024
